Die Planung für den Ersatzneubau der Weserbrücke in Höxter kann beginnen. Wie der TAH berichtet, hat Straßen.NRW den Planungsauftrag vergeben. Gleichzeitig bleiben die für die Menschen auf der niedersächsischen Seite entscheidenden Fragen unbeantwortet. Nach dem Abriss soll es für einige Zeit gar keine Weserquerung in Höxter geben; Abriss und Neubau sollen erst bis 2036 abgeschlossen sein. Einen konkreten Baustart nennt Straßen.NRW bislang nicht.

„Dass die Planung nun startet, ist richtig. Es ist aber nicht akzeptabel, dass Niedersachsen weiterhin nicht verbindlich eingebunden ist. Wann holt Nordrhein-Westfalen endlich das Land Niedersachsen, den Landkreis Holzminden und die betroffenen Kommunen an den Planungstisch?“, fragt die niedersächsische Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt.

Die Auswirkungen reichen weit über Höxter hinaus. Für viele Menschen aus Boffzen, Fürstenberg und Holzminden ist die Brücke der tägliche Weg zur Arbeit, zum Krankenhaus, zum Einkaufen oder zu Familie und Freunden. Nach dem Abriss drohen lange Umwege.

„Die zentrale Frage lautet: Wie sollen Rettungswagen, Pendlerinnen und Pendler, Handwerksbetriebe, Busse und der übrige Verkehr die Weser queren, wenn die alte Brücke abgerissen ist? Wird parallel eine Ersatz- oder Behelfsbrücke errichtet? Dazu muss Straßen.NRW jetzt eine klare Antwort geben. Eine jahrelange Unterbrechung der direkten Verbindung ist für die Region keine tragfähige Lösung“, betont Tippelt.

Besonders die Erreichbarkeit des Krankenhauses in Höxter müsse jederzeit gesichert sein. Ebenso brauche es frühzeitig ein belastbares Konzept für den öffentlichen Nahverkehr, den Wirtschaftsverkehr und mögliche Umleitungen. Die derzeitige Gewichtsbeschränkung auf 3,5 Tonnen führe bereits heute zu Belastungen; eine vollständige Sperrung würde diese erheblich verschärfen.

Auf Initiative Tippelts hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beauftragt, auf Straßen.NRW zuzugehen. Aus Sicht der Abgeordneten muss Nordrhein-Westfalen nun zügig und verbindlich reagieren.

„Nordrhein-Westfalen trägt die Verantwortung für Planung und Bau. Deshalb muss NRW jetzt erklären, wann Niedersachsen beteiligt wird, welche Übergangslösung vorgesehen ist und wie lange eine mögliche Vollsperrung dauern soll. Niedersachsen darf nicht erst informiert werden, wenn die wesentlichen Entscheidungen bereits gefallen sind“, stellt Tippelt klar.