Am Rande des Termins mit der B240-Initiative hat die Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt (SPD) am Montag, dem 23. Februar 2026 ein Schreiben zum geplanten Neubau der Weserbrücke in Höxter an Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne übergeben.

Hintergrund ist die Entscheidung des Landes Nordrhein-Westfalen, die bestehende Weserbrücke in Höxter abzureißen und bis voraussichtlich 2036 durch einen Neubau zu ersetzen. Auch wenn das Bauwerk formal auf nordrhein-westfälischer Seite liegt, hat es erhebliche Auswirkungen auf den Landkreis Holzminden – insbesondere auf die Samtgemeinde Boffzen und die Stadt Holzminden. 

„Die Weserquerung ist eine zentrale Ost-West-Verbindung zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Viele Pendlerinnen und Pendler, Unternehmen, Logistikverkehre sowie Einsatz- und Rettungskräfte sind tagtäglich auf diese Verbindung angewiesen“, betont Tippelt. Bereits die seit mehreren Jahren bestehende Sperrung für den Schwerlastverkehr habe spürbare Auswirkungen auf Verkehrsströme und wirtschaftliche Abläufe im niedersächsischen Umland.

Tippelt macht in ihrem Schreiben deutlich, dass sie sich ausdrücklich für einen Neubau der Brücke parallel zur bestehenden Weserquerung einsetzt. „Ein Abriss der alten Brücke mit anschließendem Neubau würde über Jahre hinweg massive Einschränkungen für unsere Region bedeuten. Ziel muss es sein, die bestehende Verbindung so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und den Neubau daneben zu realisieren“, so die Abgeordnete.

Mit Blick auf die anstehende Planungs- und Bauphase bis 2036 fordert Tippelt, dass sich Niedersachsen frühzeitig und aktiv in die weiteren Planungen einbringt. „Auch wenn Nordrhein-Westfalen Bauherr ist, betreffen die verkehrlichen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Folgen in erheblichem Maße niedersächsische Kommunen“, so die Abgeordnete.

Ein besonderer Fokus müsse auf der Sicherstellung einer verlässlichen Rettungs- und Notfallinfrastruktur liegen. Das Krankenhaus in Höxter sei für viele Bürgerinnen und Bürger aus der Samtgemeinde Boffzen und angrenzenden Bereichen von zentraler Bedeutung. Krankentransporte und Rettungseinsätze müssten jederzeit ohne zeitliche Verzögerungen gewährleistet sein – sowohl während der Übergangszeit als auch in der Bauphase. Hier brauche es klare Abstimmungen und belastbare Konzepte, um Versorgungslücken zu vermeiden.

Darüber hinaus spricht sich Tippelt für leistungsfähige Übergangslösungen während der Bauphase, eine enge Abstimmung bei Verkehrslenkung und Umleitungsmaßnahmen sowie die Berücksichtigung wirtschaftlicher Belange der Unternehmen im Raum Holzminden und Boffzen aus. Gerade vor diesem Hintergrund sei die parallele Realisierung eines Neubaus aus ihrer Sicht die verkehrlich und wirtschaftlich deutlich verträglichere Lösung für die gesamte Region. Auch nach Fertigstellung der neuen Brücke müsse das Verkehrsaufkommen verträglich gestaltet werden.

„Ich halte es für sinnvoll, frühzeitig eine länderübergreifende Abstimmungsstruktur zwischen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den betroffenen Kommunen einzurichten“, so Tippelt. „Unser Landkreis darf bei diesem für die gesamte Region wichtigen Infrastrukturprojekt nicht nur am Rande stehen, sondern muss aktiv beteiligt werden.“