Unterwegs im Wahlkreis: Sommerreise 2026 endet erfolgreich in Bevern
Die Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt hat mit dem Landratskandidaten Bjarne Allruth sowie Samtgemeindebürgermeisterkandidat Jörg Hesse ihre Sommerreise durch den Landkreis Holzminden mit Besuchen in drei Unternehmen in Bevern fortgesetzt.
Den Auftakt dazu bildete der Besuch im EGGER-Beschichtungswerk Marienmünster, Standort Bevern. Gemeinsam wurden die Gäste von Klaus Riedmüller (Werksleitung Technik / Produktion) und Harri Borgardt (Assistenz Werksleitung) empfangen.
Die EGGER Gruppe ist ein international führender Holzwerkstoffhersteller. Gegründet 1961, ist sie heute Komplettanbieter für den Möbel- und Innenausbau, für den konstruktiven Holzbau sowie für holzwerkstoffbasierende Fußböden. EGGER ist mit 22 Produktionsstandorten, Vertriebsbüros und rund 12.000 Mitarbeitende weltweit vertreten. 2013 entstand aus einer Fusion der beiden EGGER Standorte Bevern und Marienmünster die heutige Werksstruktur mit zusammen etwa 250 Mitarbeitenden.
Am Standort Bevern produziert EGGER Dünn-HDF-Platten für die Möbelindustrie. Die Weiterverarbeitung erfolgt anschließend im Werk Marienmünster. Zusammen beschäftigen beide Standorte rund 250 Mitarbeitende.
EGGER investiert dabei kontinuierlich in seine Werke, um auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein. So wurde vor einigen Jahren auch die Energiezufuhr neugestaltet, indem von einem mit Erdgas betriebenen Heizkraftwerk auf ein Biomassekraftwerk umgestellt wurde. In der Region ist EGGER in soziale Projekte eingebunden. So gab es im vergangenen Schuljahr ein Umweltprojekt mit der OBS Bevern, bei dem ein ca. 700 Quadratmeter großer Grundstücksstreifen ökologisch hergerichtet wurde. Hier wurden 120 einheimische Sträucher gepflanzt, eine Wildblumenwiese angelegt sowie 32 Nistkästen und ein Bienenunterstand aufgestellt.
„EGGER zeigt eindrucksvoll, wie ein traditionelles und international tätiges Familienunternehmen sich am Standort Bevern behaupten kann. Das ist sehr wichtig für die Region und keine Selbstverständlichkeit“, so Sabine Tippelt. Bjarne Allruth ergänzte: „250 Mitarbeitende an den Standorten Bevern und Marienmünster sind ein Aushängeschild für den Industriestandort Bevern. Es ist wichtig solche Unternehmen zu halten und weiterzuentwickeln.“
Anschließend führte die Sommerreise zur Firma Bertram Elektrotechnik. Karl Bertram gründete 1949 Bertram Elektrotechnik. 50 Jahre später, im Jahr 1999 wurde der heutige Firmensitz in Bevern bezogen. Nachdem 1989 die Firma in die 2. Generation an Karl-Heinz Bertram übergeben wurde, traten 2009 Jendrik, Matthias und Rainer Bertram in die Geschäftsführung ein und verantworten seitdem die Bereiche Elektrotechnik, Bildverarbeitung und Anlagenbau.
Bei Bertram Elektrotechnik wurden Tippelt, Allruth sowie Hesse von den Geschäftsführern Jendrik und Rainer Bertram begrüßt. Insbesondere zählen heute vollautomatisierte Montagezellen mit Robotik oder KI-basierten Bildverarbeitungssystemen zum Fundament des Unternehmens. Bei einem Rundgang durch die Produktion wurden verschiedene Anlagen gezeigt und wie diese entstehen und getestet werden. Dabei machten die Geschäftsführer Jendrik und Rainer Bertram deutlich, wie wichtig die Erweiterung des Produktionsgeländes ist. Geplant ist ein Anbau an die aktuelle Produktionshalle, um eine reibungslose Nutzung der aktuellen Gerätschaften zu ermöglichen.
Vor einiger Zeit ist auf der Rückseite der Produktionshalle eine Garage entstanden, die Erweiterung der Produktion sei aber trotzdem mehr als notwendig. Zudem wurden im Laufe der Jahre alle Gebäudedächer vollständig mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, und auf dem Parkplatz stehen Ladesäulen, die auch von der Öffentlichkeit genutzt werden können. In einem anschließenden Gespräch nach dem Rundgang berichtete Kreishandwerksmeister Karl-Heinz Bertram den Anwesenden von der geplanten Fusion der Kreishandwerkskammer Holzminden. Deutlich wurde dabei, wie bei Bertram Elektrotechnik präzises Handwerk mit moderner Technik verbunden wird.
„Es freut mich, dass Bertram Elektrotechnik trotz schwieriger geopolitischer Lage und dem andauernden Problem mit der Fachkräftegewinnung über eine Erweiterung ihres Produktionsstandortes nachdenkt“ erklärt Tippelt. „Ein solches Familienunternehmen bei uns im Landkreis zu erhalten und zu unterstützen, muss eine zentrale Aufgabe für Politik in den kommenden Jahren bleiben.“, unterstreicht Allruth.
Zum Abschluss stand ein Besuch in der Riedels Ketchup-Manufaktur auf dem Programm. Seit 1986 gibt es Riedels Curry-Ketchup in Bevern, das Rezept wurde in den Jahren zuvor von Achim Riedel entwickelt. 2012 startete Familie Riedel, bestehend aus Achim, Venee und Anika, dann die Ketchup-Manufaktur, um sich in der regionalen und überregionalen Marktwirtschaft zu etablieren.
Dabei konnten Tippelt, Allruth und Hesse erleben, mit wie viel Herzblut die handgefertigten Produkte aus größtenteils regionalen Produkten und Partnerschaften hergestellt werden. Zudem durften einige Geschmacksrichtungen sowie selbstgemachte Ketchup-Kreationen probiert werden. Mittlerweile gibt es 19 verschiedene Geschmacksrichtungen, vom Curry-Ketchup bis hin zum Erdbeer-Ketchup.
„Wenn man gesehen hat wie viel Herzblut in der Herstellung von Riedels-Ketchup steckt, da kann man nur den Hut vorziehen!“, zeigt sich Hesse beeindruckt.
Das Kleinst-Unternehmen berichtete, dass viele Auflagen für einen so kleinen Familienbetrieb kaum umzusetzen sind. Sie stellen den Betrieb vor große Herausforderungen, obwohl sie eigentlich auf größere mittelständische Unternehmen zugeschnitten sind. Da entsprechende Vorgaben überwiegend auf Bundes- und Landesebene entschieden werden, hat der Landkreis hier kaum eigenen Gestaltungsspielraum.
„Der Tag und die gesamte Sommerreise hat wieder einmal gezeigt, wie viel Tradition und Herzblut in unserem Landkreis steckt. Es zeigt aber auch, vor welchen Herausforderungen die Unternehmen stehen, und dass es für die Politik nie wichtiger war, vor Ort zu sein, zuzuhören und die Themen anschließend an den richtigen Stellen zu platzieren.“, zieht Tippelt Bilanz.