Die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt und der SPD-Landratskandidat Bjarne Allruth haben gemeinsam mit Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Stadtoldendorf ihre Sommerreise 2026 durch den Landkreis Holzminden gestartet.

Den Auftakt bildete ein Besuch bei der Schott Diamantwerkzeuge GmbH in Stadtoldendorf. Das Unternehmen zählt zu den innovativen Akteuren in der Herstellung von Diamantwerkzeugen für die Glas- und Keramikbearbeitung und wurde 1975 von Klaus Schott zunächst als „Einzelunternehmung Klaus Schott" gegründet. Um die Jahrtausendwende erfolgte die Umwandlung in eine GmbH, wodurch das Unternehmen sein Geschäft auf den internationalen Handel ausweiten konnte. Heute ist der Diamantwerkzeughersteller in unterschiedlichsten Branchen verankert – darunter in der Zahnmedizin, Halbleiterindustrie sowie in der Luft- und Raumfahrttechnik.

„Die Schott Diamantwerkzeuge GmbH ist ein perfektes Beispiel, wie aus einer kleinen Idee etwas Großes mit internationalem Einfluss entstehen kann. Der Betrieb mit all seinen Beschäftigten leistet einen echten Mehrwert für Stadtoldendorf und das ehemalige Kasernengelände sowie den gesamten Landkreis.“, erläuterte Sabine Tippelt.

Den praktischen Einblick in die Produktion erhielten die Gäste im Rahmen einer Werksführung durch die Fertigungshallen. In der Fachabteilung für die Formgebung der Bohrer entstehen hochpräzise Mikrowerkzeuge: Die Bohrrohlinge bewegen sich im Zehntelmillimeterbereich und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. In der Galvanik, der Abteilung für die galvanische Beschichtung der Werkzeuge, werden die Diamantkörner in einem elektrolytischen Verfahren auf dem Werkzeugkörper gebunden. Dabei lagern die Bohrköpfe teilweise über Wochen in den Beschichtungsbädern, bis die Bindung die nötige Wandstärke erreicht hat. Den Abschluss der Führung bildete die Qualitätssicherung: Dort werden sämtliche Parameter des fertigen Werkzeugs mittels berührungsloser optischer Messtechnik überprüft, bevor jedes Teil für den Versand etikettiert wird.

Geschäftsführer Burghard Lein berichtete, dass das Unternehmen gut dastehe. Auch die Weiterführung des Betriebs sei durch den Einstieg beider Söhne in die GmbH gesichert. In der gemeinsamen Diskussion sprachen die Beteiligten zudem aktuelle Herausforderungen an, etwa die hohen Energiepreise und die Nachwuchsgewinnung:

„Der Fachkräftemangel lässt sich nicht allein über die Betriebe selbst lösen. Das Lebensumfeld der Beschäftigten spielt dabei eine ebenso große Rolle“, sagte Landtagsabgeordnete Tippelt. „Eine gute Ärzteversorgung, ein attraktives Kulturangebot und eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur entscheiden mit darüber, ob junge Menschen im Landkreis Holzminden bleiben und hier eine Ausbildung beginnen.“ ergänzte Landratskandidat Allruth. 

Der nächste Halt führte Tippelt und Allruth zum Solling-Hospiz Christine Amalie. Geschäftsführerin Rita Harre und Geschäftsführer Michael Pfeil gaben den Gästen einen guten Einblick in die Arbeit der Palliativeinrichtung, deren Einzugsgebiet sich über fünf Landkreise erstreckt. Die Finanzierung des Hospizes ist gesetzlich geregelt: Die Krankenkassen übernehmen 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Die verbleibenden fünf Prozent muss das Hospiz eigenständig über Spenden aufbringen – für die Betroffenen selbst entstehen keine Kosten. Die Hospizleitung plant bereits weitere Projekte, darunter die Schaffung einer Gartenanlage. Zudem wurde von Seiten der Geschäftsleitung der Wunsch nach einer engeren Verzahnung zwischen Rettungsdienst und Hospizinfrastruktur geäußert, da der Rettungsdienst bei Notfällen zu Hause oft nicht wissen kann, dass die betroffene Person bereits palliativ behandelt wird und sie deshalb zunächst in die Notaufnahme statt ins Hospiz bringt. Die Personalsituation sei aktuell zwar gut, langfristig bereite jedoch die hohe Abbruchquote in der Pflegeausbildung – maßgeblich bedingt durch die hohe Arbeitsbelastung – allen Beteiligten Sorgen. 

„Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier jeden Tag leisten, verdient großen Respekt", betonte Tippelt. Landratskandidat Allruth ergänzte: „Mit viel Empathie und fachlicher Kompetenz begleiten sie Menschen und ihre Angehörigen in einer der schwersten Phasen des Lebens – eine Aufgabe, die enormen Einsatz erfordert und der wir als Politik den Rücken stärken müssen.“