„Mir reicht's – zumindest mit dem Landtag“:: Sabine Tippelt tritt 2027 nicht erneut zur Landtagswahl an
Die SPD-Landtagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages, Sabine Tippelt, wird bei der Landtagswahl am 26. September 2027 nicht erneut kandidieren. Seit 2008 gehört sie dem Niedersächsischen Landtag an, seit 2013 hat sie den Wahlkreis Holzminden ununterbrochen direkt gewonnen. Ihr Mandat wird sie bis zum Ende der Wahlperiode mit voller Kraft ausüben – und auch danach bleibt sie der Region politisch erhalten: im Kreistag des Landkreises Holzminden und im Rat des Fleckens Delligsen.
„Mir reicht's – zumindest mit dem Landtag“, sagt Tippelt mit einem Augenzwinkern. „Gemeint ist das nicht aus Frust, sondern aus Überzeugung. Leicht gefallen ist mir diese Entscheidung nicht. Die Arbeit für die Menschen im Landkreis Holzminden war und ist für mich eine Herzensangelegenheit. Aber nach so vielen Jahren ist es an der Zeit, Platz zu machen und jüngeren Kandidatinnen und Kandidaten den Vortritt zu lassen. Mit der Politik vor Ort habe ich dagegen noch lange nicht genug.“
Eine positive Bilanz für den Landkreis Holzminden
In ihrer Zeit im Landtag hat sich Tippelt beharrlich für die Belange des Landkreises Holzminden eingesetzt – mit besonderem Augenmerk auf eine bessere Anbindung der Region. Ein Meilenstein war die Ortsumgehung Negenborn, die Tippelt über Jahre politisch begleitet hat. Auch die Umsetzung der sogenannten Perlenkette entlang der B 64, zu der auch der Ith-Tunnel gehören soll, treibt sie weiter voran. Ebenso setzt sie sich für eine bessere Schienenanbindung des Landkreises ein.
„Infrastrukturprojekte sind oft ein Marathon und kein Sprint“, so Tippelt. „Planungsverfahren dauern lange, und man braucht einen langen Atem. Ich werde diese Projekte bis zum letzten Tag meiner Amtszeit mit aller Kraft begleiten – denn eine gute Verkehrsanbindung ist für unseren ländlichen Raum eine Frage der Zukunftsfähigkeit.“
Wie sich ein langer Atem auszahlt, zeigt der Bahnhof Holzminden: Der barrierefreie Umbau hat viele Jahre gedauert, steht nun aber kurz vor der Eröffnung. „Bald kommen Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen ohne Hürden in den Zug. Dafür haben wir lange gekämpft – und es hat sich gelohnt“, sagt Tippelt.
Ein weiteres Kernanliegen ist für Tippelt der Hochschulstandort Holzminden. Sie kämpft für eine starke HAWK in der Kreisstadt und insbesondere für eine gute Perspektive der Fakultät Soziale Arbeit. „Die Hochschule ist für Holzminden unverzichtbar – für junge Menschen, für Fachkräfte und für die ganze Region. Ich hoffe sehr, dass wir noch in diesem Jahr wegweisende Schritte für einen neuen Standort der Fakultät Soziale Arbeit gehen können“, betont Tippelt.
Ein enger Draht zur heimischen Wirtschaft war Tippelt stets wichtig. Für die Unternehmen im Landkreis war sie Ansprechpartnerin bei Fragen und Problemen und hat ihren Anliegen in Hannover Gehör verschafft. „Unsere Betriebe sichern Arbeitsplätze und Wohlstand in der Region. Ihre Entwicklung zu begleiten und ihnen in Hannover eine Stimme zu geben, war mir immer ein Anliegen“, sagt Tippelt.
Ein besonderer Erfolg ist für sie die Nachnutzung des geschlossenen Krankenhauses in Holzminden. Mit dem RGZ ist dort etwas entstanden, das niedersachsenweit Vorbildcharakter hat. „Das ist gelungen, weil alle vor Ort an einem Strang gezogen haben. Darauf können wir im Landkreis Holzminden stolz sein“, so Tippelt.
Als Vizepräsidentin Niedersachsen neu kennengelernt
Als Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages hat Tippelt Plenarsitzungen geleitet und den Landtag bei zahlreichen Anlässen in ganz Niedersachsen vertreten. Im Rahmen der Partnerschaften des Landes hat sie Niedersachsen zudem im Ausland repräsentiert, etwa in der Steiermark, in Südafrika und in Polen. „Dieses Amt hat mir Niedersachsen noch einmal ganz anders nähergebracht – mit all seiner Vielfalt, seinen Menschen und seinem Engagement. Und ich habe erlebt, wie viel Ansehen unser Land auch weit über seine Grenzen hinaus genießt. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Tippelt.
Dank an die Bürgerinnen und Bürger
„Es war mir eine Ehre und eine Freude, mich für meinen Landkreis einzusetzen. Diese Zeit hat mich geprägt und mir Freundschaften geschenkt, die bleiben“, so Tippelt. „Mein Dank gilt vor allem den Bürgerinnen und Bürgern, die mir über so viele Jahre ihr Vertrauen geschenkt haben – und allen, die mich auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben: in der SPD vor Ort, in den Kommunen, in Vereinen, Verbänden und Unternehmen, in meinem Team und in der Landtagsfraktion.“
Ganz aufhören will Tippelt aber nicht: Dem Rat des Fleckens Delligsen gehört sie seit 1986 an, dem Kreistag des Landkreises Holzminden seit 2001 – und in beiden Gremien wird sie sich auch künftig engagieren. „Die Kommunalpolitik ist meine politische Heimat. Dort bleibe ich den Menschen erhalten“, sagt Tippelt.