Hoffnungsschimmer für DSB und bessere Verkehrswege

Aus dem TAH-Artikel:

SPD-Landtagskandidatin Sabine Tippelt und SPD-Landesvorsitzender Garrelt Duin besuchen Eschershausen und Delligsen

Eschershausen/Hohenbüchen
Es ist offenbar ein Tag der guten Nachrichten, als gestern die SPD-Landtagskandidatin Sabine Tippelt mit dem SPD-Landesvorsitzenden Garrelt Duin (MdB) und der Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller in Eschershausen und später in Delligsen ihre Aufwartung macht: Hoffnung für die Deutsche Schlauchboot Eschershausen, ein weiterer Schritt für eine bessere Verkehrsanbindung der Region und ein heimisches Unternehmen, das sich sehr erfolgreich am Markt behauptet: Das alles hört und sieht die sozialdemokratische Besucherrunde bei ihrer fünfstündigen Tour durch die beiden Gemeinden.

Zum Auftakt trifft sich die Landtagskandidatin mit dem Betriebsrat der Deutschen Schlauchboot Eschershausen im Rathaus, um über die befürchtete Verlagerung von 50 Produktionsstellen nach China zu sprechen. Auch Peter Engelage, Geschäftsführer am Standort Eschershausen, ist mit dabei. „Ich vertrete zwar das Management, aber auch den Standort“, sagt er und bekräftigt, dass die Auftragslage im Eschershäuser Werk durchaus gut sei. Die Belegschaft absolviert sogar Überstunden. Hier sieht Betriebsratsvorsitzende Barbara Küster das Dilemma ihrer Kollegen: „Alle sollen reinklotzen, obwohl sie das Aus vor Augen haben.“
Durch Vermittlung der SPD-Politiker wurde dem Betriebsrat bereits der ehemalige DGB-Vorsitzende und Staatssekretär Hans-Hermann Witte als Unternehmensberater zur Seite gestellt. „So schnell geben wir keinen Standort und keinen Arbeitsplatz verloren“, kommentiert die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller. Auch der Betriebsrat hat inzwischen eine Unternehmensberatung eingeschaltet. Jetzt suchen „Wilke und Partner“ in Hamburg gemeinsam mit der „Witte Consulting“ Hannover nach Wegen, möglichst viele Arbeitsplätze in Eschershausen zu halten. „Sie führen eine Plausibilitätsprüfung durch“, erklärt Barbara Küster. Aus einer demnächst stattfindenden Klausurtagung soll ein Konzept werden.
Auch Peter Engelage verbreitet verhaltenen Optimismus: Die Investoren hätten Bereitschaft signalisiert, mit der Landesregierung über den Standort Eschershausen zu sprechen. Themen sollen die in Aussicht gestellte Investitionsförderung sowie öffentliche Aufträge sein. Mit Erleichterung begrüßen die SPD-Vertreter diese Entwicklung, auch Eschershausens Bürgermeister Friedrich Mönkemeyer dankt. „Es freut mich, dass die Sache nicht so endgültig scheint wie anfangs gedacht.“
Im weiteren Verlauf des Gespräches stellt Mönkemeyer die Samtgemeinde und ihre Entwicklung vor. Dazu erläutert er die Maßnahmen, dem Demografischen Wandel entgegen zu treten. Als Beispiele nennt er das Familienzentrum im Kindergarten-Gebäude oder das neue Mehrgenerationenhaus. Hauptsorge bleibt aber die mangelhafte Verkehrsanbindung. „Wir leiden sehr darunter“, erklärt Mönkemeyer dem SPD-Landesvorsitzenden, appelliert für einen besseren ÖPNV und setzt Hoffnungen auf den Weserbergland-Plan.
Dazu verbreitet Gabriele Lösekrug-Möller einen Hoffnungsschimmer: Im April werde Achim Großmann (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, zu einer Verkehrskonferenz nach Eschershausen kommen. „Wir haben dann Gelegenheit, Projekt für Projekt zu besprechen.“ Auch der Ith-Tunnel solle dann Thema sein, hofft Sabine Tippelt: „In anderen Regionen ist so etwas durchaus möglich.“
Ein aufstrebendes Unternehmen besucht die SPD-Landtagskandidatin schließlich im Flecken Delligsen an der Hohen Warte. Hier stellt die WFT Werkzeug- und Frästechnik Maschinen für Automobilzulieferer her. Mit wachsendem Erfolg, wie Geschäftsführer Hans-Joachim Rakowitz erklärt. Er hat den Betrieb 2005 übernommen, neu organisiert und wieder in die schwarzen Zahlen geführt. Mittlerweile sind hier 47 Mitarbeiter tätig, drei neue Auszubildende hinzugekommen. Dabei lobt Rakowitz immer wieder die enorme Motivation seiner Belegschaft. „Arbeitsplätze sichern geht nur mit Flexibilität und Engagement“, findet der Geschäftsführer und hat einen neuen Trend entdeckt: „Unsere Kundschaft kehrt wieder zurück zu deutscher Qualität.“