Ortsverein Holzminden diskutiert über kommunalen Stadtwerke-Partner

Stadtwerke-Diskussion in Holzminden
Sabine Tippelt, zusammen Walter Meinhold MdL, der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Marlies Grebe und dem stellv. Ortsvereinsvorsitzenden Johannes Melcher (v.l.n.r.)

Erneut lud der SPD Ortsverein Holzminden zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Stadtwerke Holzminden“ ein. Im Altendorfer Hof versammelten sich sowohl Parteimitglieder als auch interessierte Bürgerinnen und Bürger, um mit dem niedersächsischen Landtagsabgeordneten Walter Meinhold über „Stadtwerke im Wandel“ zu sprechen.

Die Ortsvereinsvorsitzende Marlies Grebe wies in der Begrüßung auf die zurückliegende Veranstaltung mit der Europaabgeordneten Erika Mann zu dem Thema hin und gab einen Überblick über den Stand der Diskussion. Walter Meinhold versprach danach zu Beginn seines Vortrages, einen erfrischenden und kompetenten Blick von außen auf die Fragen zu werfen, welche in Holzminden seit geraumer Zeit leidenschaftlich diskutiert werden.
Zunächst erläuterte er die Herausforderungen, vor denen Energieunternehmen durch den zu erwartenden Wettbewerb stünden. Die Stadtwerke Holzminden, so lobte er die die Betriebsleitung, würden gut geführt werden. Allerdings hätten die Stadtwerke bei ihrer „überschaubaren Größe“ kaum eine Chance in den kommenden Jahren. Energieriesen würden zunächst mit konkurrenzlos günstigen Preisen auf dem Markt andere Unternehmen zu verdrängen versuchen. Seine Empfehlung lautete, sich einen erfahrenen Partner an die Seite zu holen, denn mit der „überschaubaren Größe“ von 4.600 Gasanschlüssen hätten die Stadtwerke Probleme, sich dauerhaft auf dem Markt zu halten. Hierbei solle man den Partner genau aussuchen - ein kommunaler Partner wäre gegenüber einem privaten vorzuziehen. Außerdem solle die Beteiligung nicht zu hoch sein: „Bei einer 24-prozentigen Beteiligung eines strategischen Partners besteht fast keine Gefahr“ Er warnte aber gleichzeitig: „Man muss aufpassen, dass die Anteile, die man verkauft, nicht irgendwo hin wandern. Wenn ein Privater 49 Prozent hält, hat er die Mehrheit und wird mit seinem Wissen und der ökonomischen Macht schnell dominieren.“ Hier schloss er an: „Wenn die Bürger das Gefühl haben, wir öffnen da eine Tür, werden sie zu Recht nein sagen.“ Er nahm damit Stellung zu dem Bürgerentscheid vor zwei Jahren. Den Holzmindener Bürgerinnen und Bürgern äußerte er diesbezüglich seine Sympathien, sich mit dem Bürgerentscheid in so großer Zahl beteiligt zu haben: „Als Sozialdemokraten können wir nur stolz sein, dass so viele Bürger aktiv mitgestalten.“ Dem Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an.