Gespräch zur Sicherung des Standortes BBS Holzminden

Bbs Holzminden
 

Im September 2010 verabschiedeten Kreis und Kreishandwerkerschaft gemeinsam die "Resolution zur Sicherung und Stärkung des Berufsschulstandortes im Landkreis Holzminden" Jetzt bekommen sie Schützenhilfe aus dem Niedersächsischen Landtag.
Die Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt knüpfte kurz nach dem 18. Holzmindener Wirtschaftsgespräch (im September 2010) Kontakt zum SPD Fraktionsvorsitzenden Stefan Schostok

Der SPD-Fraktionsvorsitzende ist nur zu gerne nach Holzminden gekommen. Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag  unterstützt die Forderungen, will Brücken schlagen nach Brüssel, um Fördergelder einzufordern. "Die Neuordnung der beruflichen Bildung ist ein Riesenthema" erklärt der Landespolitiker. Und die gemeinsam gefasste Resolution eine Seltenheit." Die aber ist wichtig, wie er im Gespräch mit Landrat und Schulleitung erfährt. Denn was gut ist - und die Georg von Langen Schule ist gut - muss bleiben!

Von Landrat Walter Waske, BBS-Interims-Schulleiter Andreas Hölzchen, Kreishandwerksmeister Uwe Hinz, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dietrich Vogel und Wirtschaftsförderin Angela Schürzeberg lässt er sich informieren über das Bildungszentrum auf dem Kiesberg.

 

2.137 Schüler, 122 Lehrkräfte, 108 Klassen, 56 Ausbildungsberufe und elf Berufsfelder. Eigentlich ist die Georg von Langen Schule eine große, gut aufgestellte Bildungsstätte. Dennoch bedroht das Schulgesetz mit seinem Klassenbildungserlass in so manchem Ausbildungsberuf die wohnortnahe Beschulung, weil es nicht genügend Schüler in den einzelnen Ausbildungsberufe gibt.

Hier setzt die Resolution an, die darauf hinweist, dass Berufsbildende Schulen im ländlichen Raum eben nicht mit den Berufsfachschulen in Ballungszentren vergleichbar sind. Dass aber ein wohn- und ausbildungsplatznahes und breitgefächertes Angebot an Beschulungsmöglichkeiten für Ausbildungsberufe im Dualen System zur Daseinsvorsorge gehört und den Bedürfnissen der Wirtschaft im Kreis Holzminden Rechnung getragen werden müsse.

Es sind Weltunternehmen, die hier ausbilden und die wohnortnahe Beschulung schätzen, so Waske. Und solide Handwerksunternehmen, die darauf bauen. Aus dieser Stärke heraus, so Dietrich Vogel, stelle Holzminden auch die Forderung auf, die Berufsbildenden Schulen zu sichern und zu stärken. Auch wenn der Klassenbildungserlass dagegen steht.

Der treibt Andreas Hölzchen Sorgenfalten ins Gesicht. "Eine große Herausforderung" sind die Vorgaben aus Hannover. Sie zehren am Budget der Schule. Noch gelingt es, einen Teil des Unterrichts in Berufsschulklassen auf Kosten von Vollzeitklassen zu finanzieren. Das ist aber keine Lösung von Dauer! Es müsse, fordert Dietrich Vogel deshalb, Ausnahmen geben vom Klassenbildungserlass.

Stefan Schostok unterstützt diese Forderung, lobt die "sehr gut gemachte Resolution", die auch die Kooperation benachbarter BBS-Standorte erwähnt und regionale Bildungskonferenzen fordert. "Selbstbewusst" nennt Schostok diesen Vorstoß, den er gerne unterstützen will. Auch bei den Verhandlungen für die nächste EU-Förderperiode ab 2014. Damit könne man einen Korridor öffnen, um Bildung weiter auszubauen. Es müsse, so Stefan Schostok, für Regionen die in Niedersachsen zu den Schwächsten zählen, ein Förderprogramm geben. "Süd-Niedersachsen ist dran. Es gibt keinen Grund, diese Region zu vernachlässigen", so Schostok.

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