Sabine Tippelt auf Sommerreise in Delligsen

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Am Donnerstag setzte die Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt ihre Sommerreise durch den Landkreis Holzminden fort. Ziel ihrer reise war Delligsen, wo sie die Firmen f.u.n.k.e und WFT, den Kindergarten mit Krippe und das Altenpflegeheim besuchte. Begleitet wurde sie dabei von der Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug – Möller und vom Delligser Bürgermeister Dirk Knackstedt.

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Manfred Kennel, Sabine Tippelt, Bernd Wittemöller, Gabriele Lösekrug - Möller und Dirk Knackstedt vor der Produktionshalle. (v.l.n.r.)

Den Anfang machten die Politiker bei der Firma f.u.n.k.e, wo sie von Geschäftsführer Manfred Kennel und Gesellschafter Bernd Wittemöller in Empfang genommen wurden. Diese hatten eine Präsentation des Unternehmens vorbereitet, um den Gästen einen genauen Einblick in die Abläufe des Unternehmens zu präsentieren. Hinter der Firma f.u.n.k.e. steht die DREI Unternehmensbeteiligungen GmbH mit Sitz in Lübbecke, zu deren Gesellschaftern Kennel und Wittemöller gehören. Sie kaufen mittelständische produzierende Unternehmen auf und unterstützen sie sowohl finanziell als auch personell zur Stärkung ihrer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Dabei legt Kennel Wert darauf, dass die Firmenphilosophie nicht missverstanden wird. „Wir sind keine Heuschrecken. Wir wollen die Unternehmen die wir kaufen auch im Bestand halten. Deshalb würden wir auch nie komplette Sanierungsfälle kaufen, bei denen die Überlebenschance sehr gering ist“, so der Geschäftsführer.

Die neu gegründete Firma f.u.n.k.e. ist im Janaur 2011 aus der taufe gehoben worden und hat im Mai des letzten Jahres mit der Produktion am Standort Delligsen begonnen. Aktuell beschäftigt der Betrieb 34 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von ca. 4 Millionen Euro. Damit gehört f.u.n.k.e. Molds and special Parts (so der vollständige Name) zu den größten Neugründungen im Landkreis Holzminden in den letzten Jahren. Bezogen auf die Zusammenarbeit mit dem Landkreis – speziell auch der Wirtschaftsförderung – äußerten sich Kennel und Wittemöller durchweg positiv. Besonders bei der Suche nach einem Produktionsstandort, sei der Landkreis eine große Hilfe gewesen, so Wittemöller.
 

 
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Sabine Tippelt (r.) und Manfred Kennel im angeregten Gespräch.

Beim anschließenden Rundgang durch den Betrieb, zeigte Manfred Kennel den Besuchern dann die einzelnen Arbeitschritte, die in der 1000 qm großen Produktionshalle vollzogen werden. Zunächst führte er hier den Maschinenpark vor, in dem die großen CNC Maschinen – bei deren Kauf im Übrigen Wert darauf gelegt wird, dass sie in der Region hergestellt werden – betrieben werden. Daran schloss sich dann der Handarbeitsbereich an, in dem die Mitarbeiter für den letzten Weinschliff an den Werkzeugen sorgen. Zu den Kunden des Unternehmens zählen unter anderem VW, BMW und Mercedes. Allgemein, so Kennel, herrscht in der Branche großer Konkurrenzdruck, speziell aus China. „Wir müssen einfach schneller sein, als das chinesische Produkt, das einige Wochen auf dem Schiff transportiert wird“. Dazu ist eine hohe Flexibilität bei den Mitarbeitern gefordert, die bei hoher Auslastung auch schon mal im Dreischicht – Betrieb arbeiten müssen.

Abschließend wiesen Kennel und Wittemöller noch auf den drohenden Fachkräftemangel hin. Die Ausbildung wollen und können die beiden nicht mehr allein in die Hände der Schulen legen. „Die Entwicklung und Qualifizierung von Auszubildenden liegt heute – allein schon um verlässliche Qualität zu generieren – zu einem großen Teil bei den Betrieben“, sagt Manfred Kennel. Er selber ist einer der Initiatoren des gemeinnützigen Bildungsprojekts „Pro Technicale“, dass es sich zum Ziel gemacht hat, junge Frauen für technische Berufe zu begeistern. Das Projekt bietet 10 – monatige Kurse zur Entwicklung technischer Fähigkeiten, dem Aufbau von Netzwerken in der Industrie und zur Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit.
 

 
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Pastor Knobloch, Silvia Seipelt, Gabriele Lösekrug - Möller, Sabine Tippelt und Dirk Knackstedt (v.l.n.r.) im Außenbereich des Kindergartens.

Im Anschluss an den Einblick in ein mittelständisches Unternehmen, schauten sich die SPD – Politikerinnen und Politiker dann die Entwicklung der Jüngsten an, im Kindergarten in Delligsen. Begrüßt wurden sie vor Ort von Pastor Knobloch und der Kindergartenleiterin Silvia Seipelt. Beim Rundgang durch das weitläufige Gelände erklärten die beiden einiges zum Kindergarten und der Krippe.

Gegründet wurde der Kindergarten vor 39 Jahren. Heute verfügt er über sechs Gruppen mit insgesamt 122 Kindern. Hinzu kommen eine Gruppe mit Krippenkindern und eine Integrationsgruppe. Besonderes Angebot des Kindergartens, ist die musikalische Früherziehung der Kinder, die laut Pastor Knobloch „heute oft musikfrei aufwachsen“. Jede Gruppe bekommt daher einmal in der Woche Besuch von der Kantorin der Gemeinde, die mit den Kindern musiziert. Insgesamt – darauf verwies auch Bürgermeister Knackstedt – steht Delligsen was die Kinderbetreuung angeht sehr gut da. Um dies jedoch auch dauerhaft gewährleisten zu können, planen Kirche und Stadt einen Neubau sowie die Sanierung des Bestandes. Bereits 2010 wurde im unteren Bereich des Geländes ein Ruheraum für die Krippenkinder eingerichtet. Im alten Pfarrgarten soll nun ein komplett neues Gebäude entstehen, dass einer Integrationsgruppe und einer Krippengruppe zusätzlich Platz bietet. Durch die so neu geschaffenen Möglichkeiten, würde das alte Gebäude im oberen Teil der Anlage, auch für andere Dinge nutzbar.

Trotz der guten Zahlen und Aussichten, haben Silvia Seipelt und Pastor Knobloch jedoch Kritik und Anregungen parat, die sie den Politikern mit auf den Weg geben wollen. So wurden in der abschließenden Diskussionsrunde Punkte wie Zuschüsse zum Essen, Finanzierung der baulichen Pläne, Bezahlung der Erzieherinnen und deren Ausbildung, die Notwendigkeit der „dritten Kraft“, kirchliches Arbeitsrecht und bürokratische Hemmschwellen kritisch angesprochen. Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug – Möller verwies beim letzten Punkt darauf, dass „wir manchmal – auch wenn es gut gemeint ist – zu bürokratisch helfen“.
 

 
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Pflegedienstleiterin Brackmann, Sabine Tippelt, Residenzleiter Dicke, Gabriele Lösekrug - Möller und Dirks Knackstedt (v.l.n.r.) vor dem Seniorenheim Lindenhof.

Nach einem kurzen Fußmarsch erreichte die Gruppe dann ihre dritte Station an diesem Tag, das Altenpflegeheim in Delligsen, die Seniorenresidenz Lindenhof. Hier wurden sie bereits von Residenzleiter Dicke und der Pflegedienstleiterein Frau Backmann erwartet. Diese beiden übernahmen auch die Führung durch den „Lindenhof“. Das vier Jahre alte Haus bietet 80 Personen Platz und würde sich in Teilen - zum Beispiel durch große Wohnküchen – auch für Wohngemeinschaften älterer Menschen eignen. Auf den Fluren und in den Gemeinschaftsräumen finden sich zahlreiche alte Möbelstücke, Bilder und Accessoires von Bewohnern der Seniorenresidenz. Diese Erinnerungsstücke sollen das Haus wohnlicher machen. Die Bewohnerstruktur ist ebenso gemischt wie das Interieur. Im „Lindenhof“ sind alle Pflegestufen vertreten.

Residenzleiter Dicke ist bereits der fünfte Leiter der Einrichtung – innerhalb von vier Jahren. Diese mangelnde Kontinuität soll nun jedoch der Vergangenheit angehören. Dicke plant bereits viele kleine Projekte, um „als Heim direkt im Zentrum bekannter zu werden“. Neben diversen bereits bestehenden Projekten mit der Oberschule, plant der Residenzleiter viele weitere. Auch bauliche Veränderungen, wie das Anlegen eines Tastgartens, gehören dazu. Dicke lobt auch ausdrücklich den Einsatz der Ehrenamtlichen. Ein Kreis von 25 Personen startet immer wieder Aktionen und Projekte gemeinsam mit den Bewohnern. Auch seine Mitarbeiter sind außerordentlich engagiert. Einige planen zum Beispiel die Gründung einer Theatergruppe. Abschließend sprachen der Heimleiter und die Pflegedienstleiterin mit den Politikern noch über diverse Sorgen und Nöte. So kamen unter anderem die Ausbildungssituation, das Facharztproblem im ländlichen Raum sowie die Streichung des Investitionskostenzuschusses seitens des Landes zur Sprache.
 

 
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Hans-Joachim Rakowitz, Gabriele Lösekrug-Möller, Sabine Tippelt und Dirk Knackstedt (v.l.n.r.) während der Firmenbesichtigung.

Den Abschluss des Tages bildetet der Besuch bei der Firma WFT in Delligsen. Geschäftsführer Hans – Joachim Rakowitz, der das Unternehmen seit 2005 leitet und seit 2009 auch Gesellschafter des Unternehmens ist, führte seine Besucher sogleich durch den hochmodernen Betrieb. Die WFT Werkzeug- und Frästechnik GmbH fertigt Werkzeuge, Lehren und Anlagen für die Kunststoffverarbeitung und beliefert mit ihren Produkten zahlreiche große Unternehmen. Das Spektrum reicht dabei von der Automobilindustrie bis zur Branche der erneuerbaren Energien.

Rakowitz führte Tippelt, Lösekrug – Möller und Knackstedt durch den hochmodernen Maschinenpark, der sich über vier Hallen und insgesamt 3000 qm Produktionsfläche erstreckt. WFT bietet allerdings nicht nur die Produktion, sondern auch die Konstruktion. Mittels modernen CAD/CAM-Arbeitsplätzen, stellen die Konstrukteure zunächst die dreidimensionalen Bauteile her, die später von den Maschinen und per Hand endgefertigt werden. Bei den Materialien und sonstigen Dingen, die während Produktion gebraucht werde, ist Rakowitz eine Sache besonders wichtig. „Ich lege Wert darauf, dass diese Sachen aus der Region kommen“.
 

 
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Hans-Joachim Rakowitz erklärt seinen Gästen eine der Maschinen.

WFT beschäftigt zurzeit 60 Vollzeitmitarbeiter, darunter 12 Auszubildende. Den letzten Jahrgang der Azubis haben Rakowitz und seine Firma komplett übernommen. Die Auszubildenden - die entweder Werkzeugmacher oder Zerspannungsmechatroniker lernen – gehören zu den besten in der Region. Das belegen die Noten, die sie erreichen. Ohnehin sieht Rakowitz – zumindest bei seinen Auszubildenden – kein Qualitätsproblem. Allerdings hält er es für unerlässlich seine Mitarbeiter durch interne Schulungen fortzubilden. Die Kombination aus hoch qualifizierten Mitarbeitern, Maschinen auf dem neusten Stand der Technik und der großen Produktpalette, sorgt für den Erfolg des Unternehmens. Jährlich neue Rekordsummen erwirtschaftet der Delligser Betrieb, der neben dem Produktionsstandort noch ein Vertriebsbüro in Hamburg unterhält. „Die Kunden kommen immer öfter zu uns, nicht umgekehrt. Das ist ein sehr gutes Zeichen“, sagt der Geschäftsführer. Um der großen Nachfrage noch besser gerecht zu werden, würde die Firma ihre Produktion gerne erweitern. Das dies bisher noch nicht geschehen ist, liegt an den momentan unerschwinglichen Grundstückspreisen, die für die Länderein rund um den Betrieb aufgerufen werden.

Besonders gefreut hat ihn in letzter Zeit vor allem die Verbesserung der Straßen vor seiner Firmenausfahrt. „Der alte Zustand war untragbar, gerade für die vielen und schwer beladenen LKW die hier tagtäglich fahren“. Auch sonst lobte Rakowitz den Landkreis, mit dem er immer vertrauensvoll zusammenarbeiten kann. Einzig die schlechte Internetverbindung war ihm ein Dorn im Auge.

Sabine Tippelt zog zum Abschluss des Tages ihr Fazit. „Wir haben heute erneut gesehen, wie vielfältig unser Landkreis ist. Wir sind attraktiv als Firmenstandort und in der Lage – wie in Delligsen – gute Kinderbetreuung zu gewährleisten sowie älteren Menschen ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Wir haben aber auch gehört, dass längst nicht alles gut ist. Der ländliche Raum hat strukturelle Defizite. Sei es die Infrastruktur, der ÖPNV oder die ärztliche Versorgung. Wir können und müssen in allem besser werden. Ich bin sehr froh und dankbar, dass die Menschen, mit denen ich auf meiner Sommerreise zusammentreffe, mir Kritik und Anregungen mit auf den Weg geben, wie wir die Zukunft gemeinsam besser gestalten können.“
 

 
 

 


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